Die Nuklearkatastrophe von Fukushima ist inzwischen zu einem weiteren Synonym für atomare Horrorszenarien geworden. Hört man Fukushima, hat man sofort die Bilder der Unfallserie vom 11. März diesen Jahres vor Augen. Bilder zerstörter Reaktoren, von weinenden Kindern, älteren Frauen und Männern mit müden, durchsichtigen Blicken, diskutierende junge Leute – sie können immer noch nicht fassen, was passiert ist. Die Menschen sind traumatisiert. Sie warten in provisorischen, viel zu kleinen Notunterkünften auf Matratzen liegend, dass sie Auskunft erhalten, wo ihre Angehörigen sind, was mit ihren Wohnungen und Häusern geschehen ist und wie es weitergehen soll. Seit diesem Moment fehlen den Überlebenden von Fukushima die Perspektiven. Dies ist auch das Schlüsselwort der Initiative Atomfree-eastwest und ihrem Initiator Tomoyuki Tadaka und seiner Frau Eva Axnix-Takada: Perspektiven.
Herr Tomoyuku Takada arbeitet in Deutschland als freier Übersetzer. In dieser Aufgabe bereiste er kurz nach der Katastrophe mit einer europäischen PolitikerInnen-Delegation gemeinsam das Fukushima-Evakuierungsgebiet und auch die Gegend um das erdbebengefährdete Hamaoka-Atomkraftwerk (AKW). Gerade die Verfassung der Evakuierten in den Notunterkünften, ihre Ernährungsversorgung und die Sorge um die Zukunft ließen Herrn Takada nicht mehr los. Er konnte nicht nach Deutschland zurückkehren, ohne etwas zu tun. Er beschloss in Deutschland für seine Heimat, für die Betroffenen in Japan Hilfe zu suchen, sein Mitgefühl und Anteilnahme mitzuteilen. Kleine Perspektiven, eine kleine Freude machen, Mut und Hoffnung geben. Das war und ist wichtig. Zu Beginn waren es erste Projekte wie „Bio für Fukushima“: Hilfspakete mit unverseuchten Lebensmitteln erreichten die Notunterkünfte und jetzt zu Weihnachten „99 Weihnachtstaschen“ für Kinder in Fukushima. Es sollen Zeichen von Menschen für Menschen gegeben werden.
In Zukunft möchte die Initiative Atomfree-eastwest noch weiter gehen. Größere Perspektiven bieten. Die Initiative will Förderprojekte von japanischen Bürgerinitiativen und kommunalpolitischen Projekten im Sinne einer Atomkraft freien Energiegewinnung in Japan anstoßen. Es ist selbst nach solch einer Nuklearkatastrophe in Japan sehr schwer, öffentlich und direkt gegen Kernenergie einzutreten und erneuerbare Energien zu unterstützen. Da bedarf es einer intensiven Aufklärung und Unterstützung.
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