Der Saal des Staatsarchivs war bis auf dem letzten Stuhl besetzt, um den Vortrag der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt zu hören. Sie ist seit 1998 für die Grünen im Deutschen Bundestag, außerdem ist Katrin Göring-Eckardt in Thüringen Mitglied des Landesvorstandes und sie wurde im Jahre 2009 zur Präses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Als Mitglied im Vorstand des Deutschen evangelischen Kirchentages wird sie im Jahre 2011 den Kirchentag leiten.
In ihrem Beitrag ging Göring-Eckardt auf die negativen Auswirkungen der Klimakrise ein und zeigte Lösungswege auf. Sie sagte: „Am Ende kommt es auf jede und jeden einzelnen von uns an. Werden wir aktiv, handeln wir verantwortlich im eigenen Leben. Jede und jeder kann aktiv seine persönliche Ökobilanz verbessern.“ Katrin Göring-Eckardt appellierte auch an die Verantwortlichen in Kirche, Wirtschaft und Staat, sich für eine nachhaltige Zukunftspolitik zu engagieren. Insbesondere wies sie darauf hin, dass es nicht darum geht, den Spaß einzuschränken, sondern bewusster den eigenen Konsum zu steuern. Hierbei schlug sie vor: „Vielleicht sollten wir uns eher am Happy-Planet-Index (HPI) orientieren. Dies ist ein Index, der ein Maß für die ökologische Bilanz der Erzeugung von Zufriedenheit abzubilden versucht.“ Unter großem Applaus schloss Sie Ihre Rede mit: „Spätestens wenn die Grünen wieder regieren, komme ich gerne wieder nach Ludwigsburg.“
In ihrem Redebeitrag ging die Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete Ingrid Hönlinger auf die aktuelle politische Situation ein und warf der schwarz-gelben-Regierung eine unverantwortliche Schuldenpolitik zu Lasten der kommenden Generationen vor. Mit Klientel- und Lobbypolitik ließe sich keine zukunftsfähige Politik gestalten. Hönlinger wies auch auf das ökologische Defizit hin und forderte die Einhaltung des geplanten Atomausstieges. Energisch wies sie darauf hin: „Das Zwischenlager Asse wird mit Milliarden von Steuergeldern saniert. Neckarwestheim I muss, wie vorgesehen vom Netz gehen.“
Einen Vorgeschmack auf dem kommenden Wahlkampf gaben die beiden Landtagsabgeordneten Jürgen Walter und Franz Untersteller. "Das dreigliedrige Bildungssystem war für das 19. Jahrhundert gemacht, den Anforderungen an eine moderne Bildung im 21. Jahrhundert wird es nicht gerecht", sagte Jürgen Walter. Franz Untersteller zeigte, wie die Landesregierung die ökologische Zukunft des Landes verspiele.
Kreisvorstand Dirk Werhahn ging auf das erfolgreiche Wahljahr 2009 mit den Zugewinnen bei den Europa-, Kommunal- und Bundestagswahlen ein. Mit seinem Ausblick machte er deutlich „Vor uns liegt ein Jahr, in dem wir uns schon auf die Landtagswahl 2011 vorbereiten, denn wir wollen in den drei Wahlkreisen Vaihingen, Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen wieder sehr gut abschneiden.“ Die Chancen dafür stehen gut, denn so Werhahn „Es machen sich immer mehr gesellschaftliche Gruppen auf und werden grüner.“
Kreisvorstand Max Bleif sorgte mit seiner charmanten Übergabe der Geschenke für einen guten Abschluss der Gesamtveranstaltung.
Für anschließende Diskussionen gab es reichlich Stoff und für das leibliche Wohl sorgten noch das Öko-Weingut Schmalzried mit bestem Wein und die Bäckerei Katz mit einem leckeren Imbiss. Die musikalische Umrahmung besorgten Wolfram Ladurner und Andreas Kunz.
Die Kreisvorsitzenden Max Bleif, Petra Heinle, Ingrid Hönlinger, Susanne Schwarz-Zeeb und Dirk Werhahn sind mit der gelungenen Veranstaltung zufrieden.
